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Zur geplanten Novellierung des Wiener Sicherheitsgesetzes
Niemandsland 03/10
1939 begann das nationalsozialistisch verwaltete Wien mit dem Aufbau gigantischer Karteien im Rahmen der «Erbbiologischen Bestandsaufnahme». Neben Geisteskranken, Alkoholikern, allen Arten von «Asozialen» wurde die Kategorie der «Verwahrlosten» einschließlich aller lebenden Vorfahren und Nachkommen («Sippschaft») aufgenommen.
Guerilla Gardening
Niemandsland 08/09
Guerilla Gardener setzen auf Saatbomben und Moosgraffiti - So wie die Gruppe Kampolerta aus Wien, der Feind sind grauer Beton und vermüllte Straßen
Wiener Wagenplatz vor Räumung
Niemandsland 07/09
Wiens einziger Wagenplatz steht vor der Zwangsräumung, weil die SPÖ einen Rückzieher gemacht hat
Niemandsland 07/09
GEREGELT. Der Grazer Hauptbahnhof ist schön, sauber und sicher. Was 62 Überwachungskameras, eine strenge Hausordnung und Sprechverbot für Bahnhofsbedienstete damit zu tun haben.
In Zagreb versammelt: Modelle angewandter Bürgermitbestimmung
Niemandsland 07/09
Im Rahmen des Projekts „Operation Stadt“ fand zwischen 4. und 7. Dezember in Zagreb eine internationale Konferenz mit dem Titel „The Neoliberal Frontline: Urban Struggles in Post-Socialist Societies“ statt. Eingeladen waren StadtforscherInnen, ArchitektInnen und AktivistInnen aus Europa und den USA.
NEW YORKER STRASSEN-COMEDY
Niemandsland 03/09
Sie faken ein U2-Konzert mitten in New York, shoppen in Zeitlupe und fahren in Unterhose U-Bahn: Die Comedy-Truppe "Improv Everywhere" hat ihre Bühne in die Öffentlichkeit verlegt. Mit Massen-Streichen ringt sie Großstädtern ein Lachen ab - bald auch in Deutschland.
Spätfolgen von Hurrikan Katrina
Niemandsland 03/09
Vor drei Jahren hat Hurrikan "Katrina" New Orleans verwüstet. Tausenden wurde die Rückkehr in ihre Sozialwohnungen verwehrt. Nun droht eine neue Sturm-Katastrophe.
Wenn dir plötzlich Hunderte applaudieren
Niemandsland 01/09
Die Menschen sammeln sich spontan: Dutzende, Hunderte, irgendwo, irgendwann. Dann stellen sie kurz ein paar skurrile Dinge an und verschwinden wenige Augenblicke später wieder im Nichts. So genannte Flash Mobs, die sich weltweit immer häufiger in den Großstädten bilden, sind ein Riesenspaß - mit revolutionärem Potenzial.
Zur Praxis der „Rebellen-Clown-Armee“
Niemandsland 11/07
Sukzessive einen „Karneval von unten“, einen „subversiven Fasching“ zu entwickeln – das wird von F13-AktivistInnen oft als Intention der F13-Bewegung genannt. John Jordan, der seit 2003 die Praxis des „Rebel Clowning“ ausübt und mit einem losen Kollektiv arbeitet, das unter dem Namen der Clandestine Insurgent Rebel Clown Army / CIRCA (Heimliche aufständische Rebellen-Clown-Armee) bekannt wurde, plädiert im folgenden Text ebenfalls für eine Karnevalisierung rebellischen Handelns, „Indem wir die alte Clownskunst mit zeitgenössischen Formen zivilen Ungehorsams mischten, entwickelten wir eine Praktik, die Werkzeuge für AktivistInnen bereitstellen sollte, mit denen sie sowohl ihr inneres emotionales Leben verändern und unterstützen, als auch effektive Techniken für direkte Aktionen zur Hand haben sollten. Es war ein Weg, den Geist des Karnevals in unseren Herzen und Muskeln aufzunehmen“, sagt Jordan.
“Critical Mass” nimmt sich Raum für den Radverkehr in Wien
Niemandsland 03/07
“Wir blockieren den Verkehr nicht, wir sind der Verkehr.” So lautet eines der Mottos einer Bewegung von Radfahrerinnen und Radfahrern, die sich monatlich zur “Critical Mass Vienna” treffen - ein zweites: „Reclaim the streets!“.
Hauptursache der Critical Mass ist das Bedürfnis von Radfahrerinnen, den Raum einzunehmen, der Ihnen im alltäglichen Straßenverkehr verweigert wird. Die Critical Mass wird nicht organisiert, sondern entsteht von selbst durch das Mitwirken der TeilnehmerInnen. Gemeinsam bilden sie eine “kritische Masse” von RadlerInnen, die der kollektiven autofahrenden Mentalität des „Rechts des Stärkeren auf freie Fahrt“ einiges entgegenzusetzen hat: Freude, Fantasie, Wendigkeit, Geschwindigkeit, Individualität, Nachhaltigkeit, Verantwortung.
In Leipzig traf sich die Avantgarde der Überwachungskamerafeinde
Niemandsland 12/06
Leipzig gilt als Modell und Wegbereiter der dauerhaften Videoüberwachung öffentlicher Plätze in unserem Nachbarstaat. Das Leipziger Modell, von dem auch Ösi-Polizeigrößen schwärmen, wurde bis heute von mindestens 27 deutschen Städten übernommen. Der Kameraeinsatz ist gepaart mit einem Einsatzkonzept der Polizei, das die Verdrängung missliebiger sozialer Gruppen aus der Innenstadt zum Ziel hat. Obdachlose, DrogennutzerInnen, Punks und MigrantInnen sind betroffen.
Niemandsland 11/06
Wem gehören eigentlich die Städte? Das fragen sich rund um den Erdball immer mehr Menschen und in vielen Metropolen erkämpfen sich Nachbarschaftsinitiativen öffentliche Räume zurück. Oft sind es nur kleine Plätze zwischen Hochhäusern, kleinere Industrie- oder noch kleinere Grundstücksbrachen, die sie in Nachbarschaftsgärten, in kleine öffentliche Gemeinschaftsräume aller Art verwandeln, fast immer im jahrelangen Kampf gegen die Gier von Immobilienkonzernen. Das Hamburger Projekt „Park Fiction“, gehört dazu. Im Oktober hatte es zu einem internationalen Symposium „Umsonst und Draußen“ geladen. Im Folgenden wollen wir diese einzigartige Rückeroberung öffentlichen Raums vorstellen, mit einer Darstellung des künstlerisch-politischen Konzepts dieser „kollektiven Wunschproduktion“ von Wanda Wieczorek. Zunächst jedoch folgt eine allgemeine Einleitung von Brigitta Huhnke, die sich besonders an die richtet, die nicht in Hamburg leben.
Niemandsland 10/06
Hinz&Kunzt hat eine Kampgane gegen das Bettelverbot gestartet, der sich schon viele Hamburger angeschlossen haben – darunter auch Prominente wie HSV-Spieler Sergej Barbarez, die Musiker von Fettes Brot, TV-Moderatorin Sandra Maahn, die Theaterchefs Isabell Vertes-Schütter und Ulrich Khuon. In einem offenen Brief fordern wir Ole von Beust auf, sich gegen ein Bettelverbot zu stellen. Immerhin ist er der Bürgermeister aller Hamburger, der reichen und der armen. Das sehen offenbar auch viele Hamburger so: Im H&K-Gästebuch auf unserer Website haben innerhalb von wenigen Tagen rund 400 Menschen unterschrieben. Und nach einer Umfrage des Hamburger Abendblattes ist auch die Mehrheit der Bürgerschaftsabgeordneten gegen das Bettelverbot.
Niemandsland 10/06
In Istanbul besetzen aus der Provinz Zugewanderte Land und errichten darauf ihre Häuser. Später werden diese gecekondu genannten Siedlungen von der Stadtverwaltung legalisiert. Zwei Drittel des städtischen Raumes entstehen auf diese Weise. In Lagos kontrollieren area boys, meist Jugendliche, die sich nach ethnischer Zugehörigkeit in Banden zusammenfinden, Straßenzüge. Nicht die Polizei, sondern sie bestimmen dort die Regeln, gewähren Schutz, erheben Abgaben, verhängen Strafen.
F13 Parkbank–Aktion landete auf der Kunstuni
Niemandsland 07/06
Der Universitätsprofessor James Skone hatte zufällig von dem „Bequemisierungs“-Projekt am Wallensteinplatz im Rahmen des F 13 – Tages im Mai 2005 gelesen und sich daraufhin sofort auf die Socken gemacht, um diese Aktion unter die Lupe zu nehmen. Der Lokalaugenschein mit inkludiertem Probeliegen und –sitzen auf aufgemotzten Parkbänken veranlasste ihn, das dahinter steckende Konzept für seine Studierenden zu adaptieren und die KonzeptentwicklerInnen als GastreferentInnen an die Universität für Angewandte Kunst einzuladen. Die Ergebnisse des Uni-Projekts „parkbank survival“ wurden schließlich gegen Ende des Studienjahres im öffentlichen Raum präsentiert.
Niemandsland 07/06
Am 11. August um 16.30 Uhr wurde der Berliner René aus dem Warschauer Untersuchungsgefängnis Bialoleka entlassen. Einen Tag später wurde er von ca. 50 Freund_innen in Berlin begrüßt. Vorausgegangen war die Zahlung einer Kaution in Höhe von 7500,- Euro an das zuständige Strafgericht. Bis zu einem Prozess gegen ihn bleibt René ab jetzt von der Haft verschont.
Niemandsland 06/06
"Bei der Kontrolle der Prostituierten in Rotlicht-Bars beanstandete das Team KIAB (Kontrolle illegaler Ausländerbeschäftigung) 25 Prostituierte. Sie verfügten laut Polizei über keine Bescheinigung über den regelmäßigen Besuch beim Amtsarzt, hatten also keinen sogenannten Deckel. Insgesamt verzeichneten die Kontrolleure 32 illegal beschäftigte Personen." (APA-Meldung am 18.03.2005)
Lobbying für die freie Benutzbarkeit des öffentlichen Raumes
Niemandsland 11/05
Der ideale öffentliche Raum ist beunruhigend und hoffnungsvoll leer. Er wird von heterogenen Gruppen, Teilöffentlichkeiten neu besetzt, ausgehandelt, hergestellt, umkämpft. Er gehört NIEMANDEM, auch nicht modernen Platzmanagements, die rhetorisch die Bedeutungsoffenheit des öffentlichen Raumes hervor streichen und diesen dann mit ihren "Events" zuschütten, die einer ökonomischen Zielsetzung (mehr Kaufkraft in das Grätzl!) untergeordnet sind. Seit es die Wiener Straßenzeitung Augustin gibt, formulieren die Marginalisierten ihren Anspruch auf das NIEMANDSLAND. Seit es den Augustin gibt, kämpft er gegen die Vertreibung der Null-Kaufkraft-Personen aus dem öffentlichen Raum.
Rasante Evolution der Videoüberwachung im öffentlichen Raum
Niemandsland 11/05
„Bitte lächeln“. So heißt es oft, wenn uns jemand abbilden möchte. Was ist aber, wenn man gar nicht weiß, dass man gerade in Augenschein genommen wird? Schätzungsweise 160.000 Kameras im öffentlichen Raum, die uns überwachen, gibt es in Österreich.
Unbegründetes Stehen, permanentes Frühstücken, freches Platznehmen
Niemandsland 11/05
In unserem Vaterlande herrscht von alters her ein wahrer furor prohibendi, eine Neigung zum Bevormunden, Eingreifen und Verbieten, die, wie wir alle wissen, nicht gerade gute Früchte getragen hat. Es scheint, dass es im neuen, republikanischen Österreich noch nicht viel anders geworden ist. (...) Ich meine, dass ein Überfluss von Verordnungen und Verboten der Autorität des Gesetzes schadet. Man kann beobachten: wo nur wenige Verbote bestehen, da werden sie sorgfältig eingehalten; wo man auf Schritt und Tritt von Verboten begleitet wird, da fühlt man förmlich die Versuchung, sich über sie hinwegzusetzen.
Die radikale Aktion als Party mit unerwünschten Gästen
Niemandsland 11/05
Stürmische Zeiten für den alten Narrenturm im Alten AkH: Zwischen Juli 2004 und Mai 2005 drang eine Schar kreativer Unzufriedener – die Gruppe Freiraum - viermal in ein neben ihm liegendes ungenutztes Areal des ansonsten mit Kommerztatorten vollgerammelten Uni-Campus ein, um es mit praktischem Widerstand und widerständiger Praxis zu füllen. Zwei der vier Besetzungsversuche waren „Freitag der Dreizehnte“-Aktionen.
Ein Frühstück im öffentlichen Raum ist immer auch ein politischer Akt
Niemandsland 11/05
PassantInnen und NeofrühstückerInnen sind immer wieder leicht zu verblüffen, wenn wir erklären, dass das konkrete Frühstück, das sie gerade sehen, nicht angemeldet ist, also nicht behördlich genehmigt wurde. Tatsächlich haben wir - mit Ausnahme eines nächtlichen Candlelight Breakfast - noch nie ein Frühstück angemeldet.